Christoph Willibald Gluck –
der große Opernreformator
Christoph Willibald Gluck ist der bedeutendste Sohn der Stadtgemeinde Berching und einer der bedeutendsten Söhne der Oberpfalz und Bayerns. Er zählt zu den herausragendsten Persönlichkeiten in der europäischen Musikgeschichte und ist als „der große Opernreformator des 18. Jahrhunderts” weltweit anerkannt. Seit 2005 gibt es an der Staatsoper Nürnberg Internationale Gluckfestspiele. Diese Festspiele finden alle drei Jahre statt. Die nächsten Termine sind 2011 und 2014. Die Stadt Berching erinnert an ihren großen Sohn mit Freilichtaufführungen auf dem Pettenkoferplatz und den traditionellen Sommerkonzerten.
Geburt in Erasbach 1714
Der große Komponist wurde 1714 in Erasbach/Gemeinde Berching als Sohn des Försters Alexander Gluck und seiner Frau Walburga geboren. Getauft wurde er in der Pfarrkirche im benachbarten Weidenwang. Seine Eltern stammen aus dem oberpfälzischen Neustadt an der Waldnaab. Später zieht die Familie nach Böhmen, wo der Vater in die Dienste des Fürsten Lobkowitz tritt.
Gluck und die Oper
Christoph Willibald Gluck kommt am Hof des Fürsten mit der Musik in Berührung und lernt in Prag die Oper kennen. Er erhält eine Ausbildung zum Musiker und seine erste Anstellung in Wien. Ein Ruf führt ihn nach Mailand und dort erfährt er eine Ausbildung zum Opernkomponisten. Hier komponiert er mit 27 Jahren auch seine erste Oper. 1745 setzt Gluck seine Wanderjahre unter anderem als Mitglied der fahrenden Operntruppe Mingotti quer durch Europa fort: London, Hamburg, Kopenhagen lauten die Stationen. Er singt, spielt, dirigiert und komponiert. Wieder zurück in Wien heiratet Gluck 1750 Marianne, die Tochter des reichen Wiener Bankiers Perg. 1754 wird er kaiserlicher Hofkapellmeister in Wien. Der Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens – die Reform der Oper – stand allerdings noch bevor. Erst 1762 schaffte Gluck mit „Orpheus und Eurydike”, seiner ersten Oper neuen Stils, den endgültigen Durchbruch. Er revolutioniert mit seinen Werken die überladene, verkrustete italienische Barockoper.
60jährig zieht es ihn nach Paris, um mit seinem Reformwerk auch die französische Oper zu erfassen. Mit „Iphigenie in Aulis“ und „Iphigenie auf Tauris“ hat er riesigen Erfolg und feiert seine größten Triumphe. Eine Büste in der Pariser Oper erinnert noch heute an seine große Bedeutung. Seinen Lebensabend verbringt Gluck wieder in Wien, wo er mit 73 Jahren 1787 stirbt. Die große Bedeutung Glucks in der Musikwelt ist unbestritten und wirkt bis heute fort.
Gluckstadt Berching

Berching hat sich seit langem mit großem Engagement der Pflege des Andenkens an Christoph Willibald Gluck verschrieben. Zu Beginn der 90er Jahre wurde mit dem Aufbau einer kleinen Sammlung zu Christoph Willibald Gluck begonnen und die Exponate im Mittleren Tor ausgestellt. Berching ist Mitglied und zweiter Sitz der Internationalen Gluck-Gesellschaft. Im Rahmen des Nordgautages 2000 wurde mit „Orpheus und Eurydike“ erstmals eine Gluck-Freilichtoper in Berching aufgeführt. In den Jahren 2002 und 2004 konnten mit großem Erfolg „La Danza“ und „Der betrogene Kadi“ aufgeführt werden. Anlässlich unserer traditionellen Sommerkonzerte kommt Gluck regelmäßig zur Aufführung. Zwischen Erasbach und Weidenwang wurde ein Gluck-Wanderweg angelegt.
Internationale Gluckfestspiele
Es ist heute allenthalben eine Renaissance der Werke Glucks festzustellen. Neue Einspielungen kommen auf den Markt und die Staatsoper in Nürnberg hat 2005 die ersten Internatioale Gluckfestspiele aufgeführt. Diese Festspiele werden künftig alle drei Jahre stattfinden. Berching war an diesen Festspielen 2005 im Rahmen eines Gluck-Symposiums beteiligt. Bei den künftigen Festspielen werden wir jeweils in geeigneter Form mitwirken. Ebenso werden wir unsere Freilichtaufführungen auf dem Pettenkoferplatz und die Sommerkonzerte mit Gluckwerken fortführen.

